MIRRORS AND WINDOWS

Group Show

18.06.2021 - 03.10.2021

Yeşim Akdeniz, Bernd & Hilla Becher, Keren Cytter, Sabrina Fritsch, Ellen Gallagher, Dominique Gonzalez-Foerster, Katharina Grosse, Nan Hoover, Franka Hörnschemeyer, Magdalena Jetelová, Rita McBride, Rissa, Analia Saban, Beate Schiff, Anna Simons, Rosemarie Trockel, Rebecca Warren, Katharina Wulff

 

Wir befinden uns in einer Zeit des kollektiven Lernens und Verlernens. Repräsentationen, (un)-bewusste Sprachgewohnheiten, institutionelle Strukturen werden auf den Prüfstand gestellt, korrigiert und Gegenkonzepte für die Zukunft artikuliert. Der Vorgang des Lernens leitet dabei Transformationen ein und markiert gleichzeitig einen privilegierten Raum, der Ausschlüsse bewirken kann. Wer hat Zugang zu Wissen? Von wem wird gelernt und aus welchen Blickwinkeln? Lehrende prägen maßgeblich unsere Weltanschauungen, denn im Prozess des Lernens wirkt sich die Reflexion (Mirrors) auf die Wahrnehmung und Bildung von Perspektiven (Windows) aus.

Seit 1921 werden Frauen an der Kunstakademie zum Studium zugelassen. Anlässlich dieses Ereignisses widmet sich die Ausstellung Mirrors and Windows in der Sammlung Philara dem hundertjährigen Jubiläum der Zulassung von Frauen* an der Kunstakademie Düsseldorf. Durch die Zusammenführung von Werken ehemaliger und aktueller Professorinnen* der Bildenden Kunst der Kunstakademie Düsseldorf möchten wir die Möglichkeit wahrnehmen, auf die Errungenschaften und weiterhin bestehenden Ungleichheiten aufmerksam zu machen und eine Bestandsaufnahme von Frauen* im Kunstbetrieb anzustiften. Welche positiven Veränderungen wurden bereits angestoßen und welche Hürden bestehen weiterhin?

Die Ausstellung möchte mit ihrer formalen Setzung keine geschlechtsspezifischen Territorien reproduzieren, sondern einen mehrstimmigen Raum unterschiedlicher, brillanter künstlerischer Herangehensweisen und Erfahrungen zusammenführen. Die in der Sammlung Philara gezeigten Werke sind in der Befragung der eigenen Position, Grenzziehung und der Reflexion von Machtausformungen innerhalb ihrer Entstehungszeit anverwandt. Darunter kann das Verhandeln von geschlechtsspezifischen Rollenzuschreibungen, die Wechselwirkung von privaten und öffentlichen Politiken, die Hinterfragung herkömmlicher Sprachkonventionen und Deutungshoheiten sowie Strategien der Aneignung und Einflussnahme zählen. Neben Werken renommierter Positionen der Gegenwartskunst verweist die Ausstellung auf Arbeiten von Frauen*, die einem großen Publikum bisher unbekannt geblieben sind, da sie vom System ihrer Zeit nur spärlich erfasst oder ihre Anerkennung weniger prominent bis in die Gegenwart getragen wurden.

 

100 Jahre, nachdem Frauen* Zugang zur professionellen künstlerischen Ausbildung und Berufslaufbahn haben, bestehen weiterhin strukturelle Benachteiligungen für sie. Ein Blick auf die großen Kunsthochschulen in Deutschland zeigt, dass Frauen* mit intersektionalen Diskrimierungserfahrungen davon noch weitaus stärker betroffen sind und statistisch nicht gesondert aufgeführt werden.

 

Parallel zur Ausstellung möchten wir in einer Panel-Diskussion in Kooperation mit Curated Affairs und And She Was Like: BÄM! mit Studierenden der Akademie
sowie Akteur*innen des Kunstbetriebs über die institutionellen Rahmenbedingungen und noch vorhandene Benachteiligungen sowie Potenziale und
Möglichkeitsräume sprechen. Die nächste Ausgabe von Wormhole Newspaper wird im Rahmen der Ausstellung Mirrors and Windows unterstützt. Wormhole ist eine Zeitung, die seit Februar 2020 von Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf veröffentlicht wird. Sie dient als vielstimmige Plattform, die die Rechte von Personen der LGBTQ+-Community stärkt, neue Perspektiven eröffnen will und darüber hinaus Strukturen analysiert, die Machtmissbrauch und Diskriminierung an der Kunstakademie Düsseldorf begünstigen.

 

 

 

 

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