Melissa Gordon und Jen Ray

05.11.2010 – 12.12.2010, Showroom 3.OG
Eröffnung: Freitag, 05.11.2010, 19.00 – 21.00 Uhr
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Bekannt wurde Melissa Gordon mit Gemälden, die einen ganz eigenen und für sie typischen Weg der Bildorganisation gehen. Oft sind es polyfokal organisierte, gegenständliche Bilder, welche eine Fülle von gleichberechtigten Bildinformationen zeigen, die erst durch den Betrachter zu komplexen Erzählungen entschlüsselt werden. Das Prinzip des 'Bild im Bild' bestimmt ganz entscheidend diese Arbeiten; die Bilder liefern eine Vielzahl von Informationen, die gleichberechtigt nebeneinander stehen.
Im Mittelpunkt von Jen Rays Arbeit stehen Zeichnungen, in der amazonenhafte Frauen eine phantasmatische Welt beherrschen. Sie bewegen sich in utopischen Landschaften und märchenhaften Räumen. Durch den schönen Schein mädchenhafter Unschuld brechen jedoch manische Obsession und lüsterne Perversion hervor. Dekadenz als extreme Ausprägung der Romantik bestimmen ihre Zeichnungen ebenso wie ein barockes Kräfteverhältnis von Lebenslust und Vanitas.

Geboren 1981 in Boston, studierte Melissa Gordon von 1999 - 2005 u.a. an der Cooper Union University N.Y. und den 'De Ateliers' in Amsterdam. 2006 gewann sie den renommierten 'Königlichen Preis für Malerei' in den Niederlanden. Melissa Gordons Arbeiten waren in den vergangenen Jahren in zahlreichen internationalen Museumsausstellungen zu sehen, wie etwa in Düsseldorf in 'Compilation III' in der Kunsthalle und 'Die Kunst zu sammeln', Museum Kunst Palast, beide 2007. 2008 war sie Teilnehmerin der 'Prag Triennale'. Aktuell sind Werke von Melissa Gordon in der Ausstellung 'Paying a Visit to Mary', im Aldrich Museum, USA, und im Stedelijk Museum Amsterdam in der Ausstellung 'Monumentalism. Proposals for Municipal Art Acquisations 2010', präsentiert. Die Künstlerin ist nominiert für den Dorothea von Stetten-Kunstpreis und zeigt in diesem Kontext neue Arbeiten ab Dezember 2010 im Kunstmuseum Bonn.
Bekannt wurde Melissa Gordon mit Gemälden, die einen ganz eigenen und für sie typischen Weg der Bildorganisation gehen. Oft sind es polyfokal organisierte, gegenständliche Bilder, welche eine Fülle von gleichberechtigten Bildinformationen zeigen, die erst durch den Betrachter zu komplexen Erzählungen entschlüsselt werden. Das Prinzip des 'Bild im Bild' bestimmt ganz entscheidend diese Arbeiten; die Bilder liefern eine Vielzahl von Informationen, die gleichberechtigt nebeneinander stehen. Diese Vorgehensweise greift Gordon auch in ihren Bilderserien auf, in denen die einzelnen Arbeiten aufeinander Bezug nehmen und ein komplexes, übergeordnetes Erzählungsgeflecht bilden.
Ihre neuen Arbeiten, die sie bei PHILARA zeigt, erweitern dieses Prinzip in den Raum. Mittels Siebdruck erzeugt sie auf Leinwand sich überlagernde Bilderzählungen, welche sich zumeist aus gefundenen, medialen Vorbildern speisen. Gerade die Vielzahl der Bilder in ihrer Übereinanderschichtung gibt den Arbeiten einen abstrakten Charakter, einen 'abstract map of events'. Ergänzt werden diese Bilder durch gerasterte Rahmen, die an beweglichen Seilkonstruktionen, hintereinander gestaffelt, vor den Bildern hängen. Durch diese Staffelung ergeben sich aufgrund von Moiré - Effekten partielle Unschärfen. Dieses, in seinem Charakter an das Theater erinnernde Setting, bildet einen Raum für die Bilder, lässt diese in immer wieder neuen, visuellen Konstellationen erscheinen und verweist auf die Wandelbarkeit bildhafter Information und deren Rezeption.

Geboren 1970 in Raleigh, North Carolina, studierte Jen Ray von 1991 bis 1995 an der Winthorp University, Rock Hill, South Carolina. Dem Studium schlossen sich zahlreiche internationale Ausstellungen in Deutschland, den USA, Österreich und England an. Im Mittelpunkt von Jen Rays Arbeit stehen Zeichnungen, in der amazonenhafte Frauen eine phantasmatische Welt beherrschen. Sie bewegen sich in utopischen Landschaften und märchenhaften Räumen. Durch den schönen Schein mädchenhafter Unschuld brechen jedoch manische Obsession und lüsterne Perversion hervor. Dekadenz als extreme Ausprägung der Romantik bestimmen ihre Zeichnungen ebenso wie ein barockes Kräfteverhältnis von Lebenslust und Vanitas. Jen Rays Arbeiten stellen Bezüge zu den von Erotik, Sex und Gewaltphantasie geprägten Modefotografien von Guy Bordin her. Darüber hinaus findet der Betrachter in ihnen Verweise auf die psychosexuellen Zeichnungen von Rudolf Schlichter sowie die mondänen "Justine" Comics von Guido Crepax. Oftmals erwecken die opulenten, detailverliebten und mit feinem Strich ausgeführten Papierarbeiten auch Erinnerungen an eine Glam-Rock-Ästhetik der 70er Jahre. Insignien wie Kostümierung und Maskerade, sexuelle Transparenz und Überschreitung sind dabei von besonderer Bedeutung.
Aus der Beschäftigung mit der Ästhetik und diesen Themen auf dem Papier entwickelte Ray im letzten Jahr zur Eröffnung ihrer Einzelausstellung bei Wentrup erstmals eine Performance („Last Call“, 2009), die ihren Tableaus und deren Protagonistinnen für einen kurzen Moment eine unmittelbare Präsenz verschaffen. Den die Dramaturgie der Performances begleitenden Sound entwickelt sie mit ihrem Mann und Musiker Jason Forrest. Zur Eröffnung der abc – art berlin contemporary (2009) in der Akademie der Künste Berlin wurde Rays zweite Performance „Barbelo“ aufgeführt. Im Januar 2010 wurde ihre Ausstellung in der Pariser Galerie Emmanuel Perrotin ebenfalls mit einer Performance („Ain’t we got fun“) eröffnet.