Jana Gunstheimer

11.03.2011 – 17.04.2011, Showroom 3.OG
Eröffnung: Freitag, 11.03.2011, 19.00 – 21.00 Uhr
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Black Flash

Jana Gunstheimer inszeniert Wirklichkeiten, in denen man nicht zu Hause sein möchte. Mit einem Geflecht aus Bildern, Installationen, scheinbar dokumentarischen Belegen und Objekten führt sie uns eine Welt vor Augen, die uns bekannt vorkommt, an die wir uns aber lieber nicht erinnern wollen.  
In der Doppelausstellung „Black Flash“, die bei Philara und in der Galerie Conrads zu sehen ist, zieht sie uns auf das unwegsame Gelände der katholischen Kirche.
Wir sehen durch Angstzustände ausgelöste Erscheinungen bedrohlichen Inhalts, deren Veröffentlichung von der Kirche untersagt wurde. In der Arbeit „Licht, Feld und Störung“ stoßen auf dem Boden stehende, unheimlich aussehende Drucker massenhaft christliche Botschaften aus, denen der Auftraggeber abhanden gekommen zu sein scheint.
In einem Boxring treffen sich zwei katholische Priester zum „Kampf des Glaubens“.
Aufgrund ihrer Nachvollziehbarkeit und Glaubwürdigkeit spielen Gunstheimers Arbeiten stets mit möglichen Realitäten, indem sie geschickt aktuelle Ereignisse aufgreifen und diese mit  frappierender Logik ins Reich des Erfundenen weiterspinnen. In der Komplexität der Darstellungsebenen, auf denen sich Dokumentarisches mit Halbwahrem und Erfundenem mischt, stoßen archaisches Dorfleben, Dialekt und Aberglauben, Tradition und Volkskunst schroff auf die von Medien und Technik dominierte Realität des 21. Jahrhunderts.
Die Irritation, die sich im konzeptuellen Ansatz aus der Verschränkung von dokumentarischem und fiktivem Material ergibt, prägt auch die bildnerischen Werke.
Grafitzeichnungen, die bei flüchtiger Betrachtung an Fotografien erinnern, technische Geräte, die erst auf den zweiten Blick als aus Pappe gebaut zu erkennen sind, werden in der Ausstellung von Gunstheimer zu großräumigen Installationen verknüpft. Eine gefährliche Mischung, die, wie die Wirklichkeit vielfach gezeigt hat, sehr explosiv sein kann.